Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz
Sie sitzt im Beirat der Offensive Junger Christen (siehe oben), der beim Christival 2008 das Seminar „Homosexualität verstehen“ angeboten hatte, das nach Protesten abgesagt wurden. Bei dem diesjährigen Kongress leitet sie eines der Hauptseminare.

Roland Werner
R. Werner ist ebenfalls Mitglied des wissenschaftlichen Beirats des DIJG. Er ist Autor von Büchern mit Titeln wie „Christ und homosexuell?”, „Homosexualität – ein Schicksal?” und „Homosexualität und Seelsorge.“ Er organisiert den Christus Treff Marburg und war Mitorganisator vom Christival 2008. Er bezeichnet sich selbst als „geheilten Homosexuellen“ und hält donnerstagabends in der Kirche oberhalb des Marktplatzes Gottesdienste.
Interview in der taz über das Christival 2008

Raphael M. Bonelli
Er ist laut Kongressprogramm auch einer der Hauptredner (Thema: Identität, Tugend und Selbstwert). Raphael M. Bonelli ist Laienmitglied der katholischen Sekte Opus Dei. Er war Organisator und Leiter einer Veranstaltung in Graz, in der er einem Exorzisten ein Forum bot.
Er hat laut der österreichischen Wochenzeitung [Quelle] in der Vergangenheit Patienten an die Umpolungsorganisation Wuestenstrom vermittelt.
[Quelle]

Markus Hoffmann
M. Hoffmann ist Leiter der umstrittenen Organisation Wuestenstrom (siehe oben). Er referiert unter dem Titel: „Reifung in der Identität als Frau und als Mann”. Ein Seminar von ihm wurde auf Grund von Protesten beim Grazer Kongress „Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie“ von R.M. Bonelli abgesagt. [Quelle]

Michael Gerlach
Er ist ebenfalls angeblich von seiner Homosexualität “geheilt.” Seine Themen sind dieses Mal “Sexuelle Identitätskonflikte”.
Laut dem evangelikalen Nachrichtenmagazin idea

„störe [es] ihn, dass Homosexualität in der Öffentlichkeit keinesfalls kritisiert werden dürfe. [..] Von einer Demokratie erwarte er jedoch, dass auch über die „Risiken des schwulen Lebensstils“ diskutiert werden dürfe.“

[Quelle]

Christl Ruth Vonholdt
C. Vonholdt gehört ebenfalls zum DIJG. In ihrem Text “Ein Irrweg fordert heraus” heißt es:

„Die Forschung hat zahlreiche Hinweise darauf, dass eine homosexuelle Neigung in einem komplizierten Entwicklungsprozess erworben wird und dass dabei frühkindliche emotionale Verwundungen, chronische Traumata und bestimmte Störungen in der Familienstruktur, oft zusätzlich auch sexueller Missbrauch, eine wichtige Rolle spielen.
Der Junge sucht die Verbindung zum Vater und damit zur männlichen Welt. Wenn er aber den Vater als zurückweisend, kalt, emotional unzugänglich, desinteressiert, kühl und abweisend oder als brutal und direkt verletzend empfunden wird, kann es sein, dass sich der Junge verletzt und gekränkt zurückzieht. […] Es ist dieser innere Rückzug vom Vater und damit von der männlichen Welt, der eine entscheidende Weichenstellung für die homosexuelle Entwicklung darstellt.“

[Quelle / Mirror]
Lesenwert: Interview mit dem Rheinischen Merkur

Rolf Trauernicht
R. Trauernicht ist Geschäftsführer des oben erwähnten Evangelischen Fachverbands für Sexualethik und Seelsorge Weißes Kreuz e.V. Er ist Prediger; Geschäftsführer Deutscher EC Verband; Psychotherapeut (HPG); Coach ( IHK) und seit 2006 Leitender Referent Weißes Kreuz.

Angelika Pokropp-Hippen
A. Pokropp-Hippen arbeitet als Ärztin und Psychotherapeutin in Münster. Sie ist Vorsitzende des Regionalverbandes Münster der „Aktion Lebensrecht für alle Alle e.V. – Gegen Abtreibung und Sterbehilfe“ (Alpha e.V.).
Innerhalb der Anti-Abtreibungs-Szene tritt A. Prokopp-Hippen als Expertin für das „Post-Abortion-Syndrome“ auf, etwa als Sachverständige in dem Dokumentarfilm „Maria und ihre Kinder“ und auf zahlreichen Tagungen (Bund katholischer Akademikerinnen; Ärzte für das Leben; Bundesverband Lebensrecht).
Bei dem „Post-Abortion-Syndrome“ handelt es sich um eine angebliche posttraumatische Störung nach einem Schwangerschaftsabbruch. Die Existenz des Syndroms ist wissenschaftlich nicht belegt. In medizinischen und psychologischen Diagnoseschemata ist das Syndrom nicht aufgeführt. Eine Studie der „American Psychological Association“ kommt zu dem Schluss, dass zwischen einem durchgeführten Schwangerschaftsabbruch und auftretenden Depressionen kein beobachtbarer Zusammenhang besteht. Dennoch wird das Syndrom in politischen Auseinandersetzungen angeführt, um ein konsequentes Verbot von Schwangerschaftsabbrüchen zu fordern.
Ihre Reden und Aufsätze sind durchsetzt von drastischen Bildern und moralischen Anklagen, die jede wissenschaftliche Distanz vermissen lassen. So schreibt sie von dem „aggressive[n] Akt des Tötens“, durch den Frau sich „ zur Giftmörderin ihres Kindes“ mache. [Quelle]
Eine Heilung von Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch vorgenommen haben, ist für sie nur möglich durch ein Schuldeingeständnis der Frau vor Gott:
„Heilung und Versöhnung durch und mit Gott ist die tiefste Ebene, welche bei vielen Betroffenen auf Grund eines mangelnden religiösen Bewusstseins oft nicht oder nur schwer möglich ist.“
[Quelle]

Olaf Kormannshaus
Er ist Leiter der Gründung des Instituts für Seelsorge und Psychologie (ISP) im Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (K.d.ö.R.). Der Präsident des Bundes ließ 2001 verlauten:

„Als Gemeindebund können wir einer prinzipiellen Gleichstellung von Ehe und gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaft nicht zustimmen. Sie steht im Gegensatz zum Glauben an das Geschaffensein von Mann und Frau in ihrer unersetzbaren Bezogenheit aufeinander sowie zum Glauben an die göttliche Einsetzung der Ehe als Treuebund von Frau und Mann mit der Möglichkeit, Familie zu gründen und zu erhalten.“

[Quelle]
Der Bund berichtet selbst z.B. ohne Anmerkungen darüber, dass Dr. Denton Lotz (Generalsekretär des Baptistischen Weltbundes (BWA), in einer seiner Veranstaltungen sagte:

“ „Wir müssen nicht nur gegen Abtreibung sein. Wir müssen gegen eine Struktur ankämpfen, die junge Männer in den Krieg schickt.“ Es reiche auch nicht aus, nur die Homosexualität zu verurteilen: „Wir müssen ein christliches Verständnis der menschlichen Sexualität entwickeln.“ Man könne nicht einfach über die hohe Zahl der Scheidungen hinwegsehen. Es gelte auch gegen die Internet-Pornographie anzugehen, „die so viele Männer verdirbt und die ein Hindernis ist, Gott zu finden“.“

[Quelle]
Eine Distanz von homophoben und sexistischen Äußerungen ist weder bei dem Bund zu finden, noch in einer Beschwerde von dem Referenten an uns. Er ließ nur verlautbaren, dass er abstreite „sich jemals öffentlich zum Thema Homosexualität geäußert“ zu haben.

Darüber hinaus sind noch mindestens die Referent_innen Florian Mehring, Wolfram Soldan, Werner Schäfer, Wilfried Veeser, Dirk und Christa Lüling, Edgar Voltmer und Arnd Barocka im Zusammenhang mit Homophobie und Sexismus negativ aufgefallen oder haben zumindest keine Probleme auf Veranstaltungen gemeinsam mit „Homo-Heilern“ zu sprechen oder Bücher mit ihnen zu schreiben.