Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus http://noplace.blogsport.de Fri, 30 Jun 2017 11:25:37 +0000 http://wordpress.org/?v=1.5.1.2 en Offener Brief: In Marburg gilt immer noch: Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus http://noplace.blogsport.de/2017/06/19/offener-brief-christus-treff/ http://noplace.blogsport.de/2017/06/19/offener-brief-christus-treff/#comments Mon, 19 Jun 2017 06:58:48 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2017/06/19/offener-brief-christus-treff/ Plakat für Demonstration am 27.6.2017 um 16 Uhr

Der Christus-Treff (CT) ist Teil einer Bietergemeinschaft, die den alten Lokschuppen aufkaufen will. Wir protestieren stark dagegen, dass der CT noch mehr Räumlichkeiten für Jugendliche und Kinder in der Stadt Marburg bekommt, um sie zu „begeistern“ (missionieren)1. Der CT ist eine evangelikal-fundamentalistische Gemeinde, eine konservative Strömung innerhalb des Protestantismus, die durch ihre Bibeltreue, ihren Absolutheits- und Missionierungsanspruch gekennzeichnet ist. Teil dessen ist ein ultrakonservatives Geschlechterbild, Homo- und Trans*feindlichkeit und eine Positionierung gegen die freie Wahl beim Thema Schwangerschaftsabbruch. Diese Diskriminierungen kleidet der CT jedoch in offene und scheinbar tolerante Worte wie „Alle sind willkommen“ getreu dem klassischen Motto „Gott liebt den Sünder, aber hasst die Sünde“.

Bis vor Kurzem wurde der CT von Roland Werner geleitet, der angibt, seine eigene Homosexualität „überwunden“2 zu haben, Seminare zu dem Thema Veränderung der homosexuellen Orientierung angeboten hat3 und der „Ex-Gay-Bewegung“4 zuzuordnen ist. Er ist Mitglied im Deutschen Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG). Das Institut gehört zu der Offensive Junger Christen (OJC, mit welcher der CT eine enge Zusammenarbeit pflegt5). Bis 2017 wurde das Institut von Christl Ruth Vonholdt geleitet. Sie äußert sich über Homosexualität wie folgt: „Es gibt zahlreiche Hinweise darauf, daß eine homosexuelle Neigung in einem komplizierten Entwicklungsprozeß erworben wird und daß frühkindliche emotionale Verwundungen, die zu einer Verunsicherung des Kindes in seiner geschlechtlichen Identität führen, eine entscheidende Rolle dabei spielen.“6. Sie plädiert für die Chance auf eine „heterosexuelle Weiterentwicklung“7. Auf der Homepage wird auch heute noch auf Lehrbücher von „Therapeuten“ verwiesen, bei sogenannter „ichdystoner Homosexualität“ „Reperativtherapien“ anbieten.8. Wie die neue Rechte spricht auch die DIJG von „Gender-Ideologie“ und „Gender-Agenda“9, Begriffe, die an die alten Bilder einer imaginierten schwul-lesbisch-feministischen Weltverschwörung erinnern.

Auch wenn der CT versucht, öffentlich möglichst wenig angreifbar zu sein; von Positionen wie der OJC oder dem DIJG, geschweige von Werner, wird sich nicht distanziert. Stattdessen wird Zusammenarbeit gepflegt. Geschichten von lesbischen Paaren, die auf offener Straße oder sogar an der Wohnungstür von Mitgliedern des CT angesprochen wurden, sind leider keine Einzelfälle. Der Druck, der ausgeübt wird, ist subtil – und stellt dadurch gerade für Jugendliche eine Gefahr in der Entwicklung ihrer Sexualität und Selbstbestimmung dar. Der CT ist jetzt schon sehr aktiv in der Arbeit mit Jugendlichen und bekommt dafür Gelder von der Stadt Marburg. Ihm gehören ein Büro am Steinweg, ein Jugendtreff auf dem Richtsberg, das Christhaus am Ortenberg und das Café Con:text in der Oberstadt. Damit ist der CT mehr als genug in der Stadt verbreitet. Wenn der religiöse Fundamentalismus sich nicht christlich-tolerant kleiden würde, wäre es nicht möglich, so viel in der Stadt missionieren zu dürfen. Wenn noch der Lokschuppen an den CT und Umfeld geht, werden auch weitere Arbeitsplätze in Marburg nur einem begrenzten Personenkreis zugänglich sein. Teile der Gemeinschaft kommen stets zuerst, und 2009 machte Werner deutlich, dass „Homosexuelle es bei uns in den Strukturen nicht weit bringen werden.“10

Während der öffentlichen Infoveranstaltung der Stadt Marburg wurde deutlich, dass bei einer Vergabe des Lokschuppens an die Bietergemeinschaft Schneider und CT die Gefahr besteht, dass Menschen dort aufgrund ihrer Sexualität und Geschlechtsidentität diskriminiert werden. Diese Gefahr erkennend hat Oberbürgermeister Thomas Spies eine Antidiskriminierungsklausel vorgeschlagen, die die „Gefahr von der Stadt Marburg abwenden soll, diskriminierendes Verhalten zu fördern“. Diese Klausel soll sich auf die Vergabe der Räume an Dritte beziehen. Auch wenn wir die Einschätzung teilen, dass durch die Vergabe von Räumlichkeiten durch den CT an Dritte diese Gefahr besteht, da der CT bereits in der Vergangenheit mit homo- und transfeindlichen Initiativen zusammengearbeitet hat11, finden wir den Vorschlag doch völlig unzureichend. Bereits mit einer Vergabe des Lokschuppens an den Christus Treff selbst besteht die Gefahr, dass es zu Diskriminierung gegenüber homosexuellen Menschen und Transpersonen kommt. Darüber hinaus wird diese Gefahr nicht durch eine Klausel gebannt, die lediglich die Stadt Marburg schadlos halten soll, jedoch nicht verhindert, dass der CT seine in der Vergangenheit erwiesene antiegalitäre Haltung gegenüber Homosexualität und Transidentität, in Handlungen umsetzt, die homosexuelle und transidente Menschen diskriminieren.

Wenn Diskriminierung nicht real ein Riegel vorgeschoben werden kann, darf der Lokschuppen nicht an die Bietergemeinschaft Schneider und CT vergeben werden! Das – und nicht die formale Einführung nur sehr eingeschränkt wirksamer Klauseln – ist die Konsequenz, die die Stadtverordnetenversammlung aus den dargelegten Argumenten ziehen muss.

Das Waggonhallengelände lebt davon, dass die kulturellen und sozialen Initiativen vor Ort einen gemeinsamen Austausch pflegen. Ob dies mit der Bietergemeinschaft Schneider und CT möglich ist, bezweifeln aber die Betreiber*innen und Aktiven der Waggonhallen-Initiativen stark. So war bislang kein Wille der Bietergemeinschaft erkennbar, in ein gemeinsames Gespräch mit allen Beteiligten auf dem Waggonhallengelände zu gehen, um über die Gestaltung dieses Orts und die jeweiligen Perspektiven der kulturellen und sozialen Initiativen zu sprechen. Damit die Marburger Waggonhallen weiterhin ein Ort sind, den alle Menschen unabhängig von ihrer jeweiligen Sexualität und Geschlechtsidentität real (und nicht nur auf dem Papier) nutzen und besuchen können, sollte der CT dort keine Räume nutzen dürfen oder gar überlassen bekommen.
Das Bündnis Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus

 

2 Bernd Wannenwetsch: Studie: Das „Natürliche“ und die „Moral“. Zur neueren Diskussion um die Homosexualität in der Kirche. In: Zeitschrift für evangelische Ethik (ZEE) 38 (1994), S. 168–189, 184

7 Ebd.

10 Augenzeugenbericht zu Roland Werner als „Mittwochsgast“ beim Collegium Philippinum

11 Als Beispiel sind hier die Offensive Junger Christen genannt sowie der Verein „Wüstenstrom“.

Autonomes FrauenLesbenReferat
Autonomes Schwulenreferat
Pro Choice Marburg
Michael Horstmann
Eva Chr. Gottschaldt
Radio Unerhört Marburg
Verein zur Förderung studentischen Wohnens (Bettenhaus)
AK Kritische Soziale Arbeit
Antifaschistischer Ratschlag
Studierendenparlament Marburg
FaRoFa (Fachschaft Roter Faden, aktive Fachschaft am FB 05)
Antifaschistische Gruppe 5
Black-Lotus-Sports e.V.
sds.dielinke Marburg
Antifaschistische Gruppe Merkava מרכבה
Rosa Liste
Falken Marburg
Linkes Leben Marburg
JuSos Marburg
Juso-HSG Marburg
AStA Marburg
DGB Jugend
Offenes Antifa Treffen
No Border Gruppe
ana*m
Waggonhalle Kulturzentrum

Bitte verbreitet diesen Brief weiter und meldet Euch bei uns, wenn ihr den Brief gerne unterzeichnen wollt.

Am Dienstag, den 27.Juni 2017 findet eine Demonstration statt.
Start ist um 16 Uhr am Blochmannplatz.
Kommt zahlreich und setzt ein Zeichen!

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Hartmut Steeb kommt nach Marburg http://noplace.blogsport.de/2015/05/03/hartmut-steeb-kommt-nach-marburg/ http://noplace.blogsport.de/2015/05/03/hartmut-steeb-kommt-nach-marburg/#comments Sun, 03 May 2015 22:28:21 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2015/05/03/hartmut-steeb-kommt-nach-marburg/ Am Mittwoch, den 06.05.2015 wird Hartmut Steeb im Rahmen der Mittwochsreihe der Hochschul-smd zum Thema „Political Correctness – Verlieren wir unsere Meinungsfreiheit?“ sprechen. Geplant ist die Veranstaltung um 20 Uhr im Philippshaus (Universitätsstr. 30-32, Marburg). Erneut hat die Hochschul-smd einen Hauptvertreter der evangelikalen Szene eingeladen. Hartmut Steeb ist der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz. Er ist ebenfalls, wie auch Dr. Alexander Fink, dieser war Redner bei der Hochschul-smd im Januar 2014, Unterzeichner der Petition gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg.

Zuletzt war Steeb medial im Gespräch, als er in der Sendung „Menschen bei Maischberger“ im Februar 2014 seine homophoben Ansichten verbreitet und sein traditionelles Familienbild anprieß. Als Verfechter des „Lebenschutzes“ und entschiedener Abtreibungsgegner erhielt er im Juli 2014 den Preis der „Stiftung Ja zum Leben“. Bei dieser Stiftung handelt es sich um eine Organisation die in dem Dachverband „Bundesverband Lebensrecht“ organisiert ist und sich darüber aktiv am sogenannten Marsch für das Leben in Berlin beteiligt.

Nun scheint sein Ziel zu sein, im Jahr 2015 mit seinem Vortrag an verschiedenen Orten sein reaktionäres, homophobes und antifeministisches Weltbild verbreiten zu wollen. Die Nähe zu rechten Medien wie der Zeitung Junge Freiheit oder zu islamfeindlichen Internetseiten wie kath.net zeigt sich nun auch darin, dass der Vortragstitel deutlich macht, dass es bei dieser Veranstaltung nicht um religiöse Glaubensfragen geht, sondern hier eindeutig politische Positionen, die anschlussfähig zur extremen Rechten sind, vertreten werden. Hier wird deutlich, wie eng die Verknüpfung von fundamentalistisch-christlichen Gruppieren und deren Ansichten mit der extremen Rechten sind.
Wir lehnen diese Veranstaltung aufs schärfste ab!

Kein Raum für Sexismus, Homo& Transphobie und religiösen Fundamentalismus!

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DEMO GEGEN DEN KONGRESS „SEXUALETHIK UND SEELSORGE“ http://noplace.blogsport.de/2014/05/23/demo-gegen-den-kongress-sexualethik-und-seelsorge/ http://noplace.blogsport.de/2014/05/23/demo-gegen-den-kongress-sexualethik-und-seelsorge/#comments Fri, 23 May 2014 08:07:43 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2014/05/23/demo-gegen-den-kongress-sexualethik-und-seelsorge/ Den gemeinsamen Redebeitrag mit dem Autonomen FrauenLesbenReferat von der Demonstration findet ihr hier.

23. Mai 2014 in Kassel

KEIN RAUM FÜR SEXISMUS, HOMOPHOBIE UND

RELIGIÖSEN FUNDAMENTALISMUS!

In Kassel findet Ende Mai ein Kongress zum Thema Sexualethik und Seelsorge statt. Organisiert wird das Ganze vom Weißen Kreuz. Dieses vertritt eine stark konservativ-christliche Sexualmoral und sieht Homosexualität und Pädophilie gleichgestellt nebeneinander.

Als Referent_innen sind u.a. die Leiterin des Instituts für Jugend und Gesellschaft (DIJG), eine Ex-Gay-Dachorganisation, Christl Ruth Vonholdt sowie Markus Hoffmann, Leiter der umstrittenen Organisation Wüstenstrom eingeladen. Diese ist eine psychologische Beratungsorganisation, deren Hauptaufgabe die ‚Heilung‘ von Homosexualität zu sein scheint. Markus Hoffmann schreibt in der Idea Spektrum (2006): „Nach unserer Ansicht beurteilt der biblische Befund gelebte Homosexualität eindeutig als Sünde.“ Unter dem Deckmantel der Wissenschaft verbreiten die zahlreichen Referent_innen ein konservatives Bild von der heterosexuellen Ehe als einziges Lebensmodell und stigmatisieren Homosexualität als krankhaft und nicht erwünscht.

Um den Kongress nicht kommentarlos vorübergehen zu lassen, hat sich ein Bündnis aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen wie dem CSD Kassel, Parteien und Hochschulreferaten gegründet.

Wir finden es wichtig, eine linksradikale Perspektive mit einzubringen und rufen deshalb dazu auf, am 23. Mai gemeinsam nach Kassel zu fahren. Uns geht es nicht nur darum, besorgt auf die Homohasser_innen zu blicken, sondern vielmehr darum, das rechtskonservative Weltbild und den gesellschaftlichen Einfluss evangelikaler Strukturen aufzuzeigen und dem etwas entgegenzusetzen.

Für sexuelle Selbstbestimmung! Fundis wegboxen!

Demo: Freitag, 23. Mai 2014 // 16 Uhr // Hauptbahnhof-Vorplatz Kassel

Treffpunkt in Marburg: Zugabfahrt 14.20 Uhr // Hauptbahnhof Marburg

Wer die Fundis direkt ärgern möchte:

Kundgebung direkt vor dem Tagungsgebäude (Leuschtnerstraße 72b)

Samstag, 24. Mai 2014 // 14-16 Uhr

via AFLR Marburg

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Gegen fundamentalistische Glaubensveranstaltungen in der Universität http://noplace.blogsport.de/2014/01/29/keine-christlichen-glaubensveranstaltungen-in-der-universitaet/ http://noplace.blogsport.de/2014/01/29/keine-christlichen-glaubensveranstaltungen-in-der-universitaet/#comments Wed, 29 Jan 2014 12:41:17 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2014/01/29/keine-christlichen-glaubensveranstaltungen-in-der-universitaet/ Am Mittwoch, den 29.1.2014 soll in der Marburger Universität wieder einmal eine christlich-evangelikale Glaubensveranstaltung stattfinden. Die SMD (Studenten Mission Deutschland) Marburg läd ein zu einer Veranstaltung: „Akademikerinnen und Akademiker sprechen über die Vereinbarkeit ihrer Forschungsarbeit mit dem persönlichen Glauben“. An der Formulierung wird deutlich: Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Veranstaltung, eine Außeinandersetzung zum Thema Glauben und Wissenschaft, sondern um die Vereinbarung der Forschung mit dem eigenen Glauben – eine Nichtvereinbarkeit steht nicht zur Debatte. Wir kritisieren, dass die Universität den Raum gibt für Veranstaltungen dieser Art. Die SMD ist eine fundamentalistische Vereinigung, deutlich zeigt sich das auch dadurch, dass ein Redner, Dr. Alexander Fink aus der Physik die aktuelle LGBT-feindliche Petition gegen den Bildungsplan in Baden-Würtemberg unterschrieben hat. Damit wird einmal mehr deutlich, wie eng die Verknüpfungen von fundamentalistischen christlichen Gruppierungen und LGBT-Feindlichkeit ist.
Wir lehnen diese Veranstaltung aufs schärfste ab!
Kein Raum für Sexismus, Homo& Transphobie und religiösen Fundamentalismus!

Eine Linksammlung zur Petition findet ihr bei Karnele.

Außerdem schreibt das AFLR Marburg über einen heterosexistischen Angriff auf ihr Referat, der im Kontext der aktuell LGBT-feindlichen Präsenz steht.

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Willkommen http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/erster-eintrag/ http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/erster-eintrag/#comments Thu, 09 May 2013 11:00:18 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/erster-eintrag/ Willkommen auf der Internetpräsenz des Bündnisses „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religösen Fundamentalismus“, welches sich kritisch mit dem Internationalen Kongress für Psychotherapie und Seelsorge der gleichnamigen Akademie auseinandersetzt.

Neuauflage des Readers zu den Protesten erschienen

zum download bei uploaded.net
zum online lesen bei calameo

Reader zu den Protesten (1. Auflage)

zum onlinelesen: Calaméo
zum download: rapidshare (25mb)

aus Platzgründen konnten folgende Texte nicht mehr aufgenommen werden:

  • Lange Fassung des Textes von W. Schürger
  • Literaturangaben von G. Wolf
  • Resolution des Marburger StuPa
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    http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/erster-eintrag/feed/
    Kongress in Würzburg http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/kongress-in-wuerzburg/ http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/kongress-in-wuerzburg/#comments Thu, 09 May 2013 10:43:09 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/kongress-in-wuerzburg/ Seit gestern, dem 8.Mai, findet in Würzburg der evangelikale Kongress der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge statt. Dieser Kongress setzt sich zum Ziel, christliche Seelsorge und Psychotherapie zu verbinden. Dabei spielen evangelikale Werte eine große Rolle, die Vorstellung von Ehe zwischen Mann und Frau sowie traditionelle Vorstellungen von Familie prägen dieses Bild, vor dessen Hintergrund Menschen therapiert werden sollen. Homosexualität als Sünde, Abtreibung als Mord, traditionelle Geschlechterrollen als Gottes Gesetz – Evangelikale sind leider kein Randphänomen sondern greifen oft ungehindert und unkommentiert in das Leben vieler Personen ein, die nicht diesen Normen nach ihr Leben leben wollen.

    Das Motto des diejährigen Kongress vom 8.-11. Mai in Würzburg lautet “Zeit. Geist. Zeitgeist”. In seinem Grußwort nennt der 1. Vorsitzende der APS, Martin Grabe, als Beispiele für den seiner Meinung nach “heftigen Wandel” in den letzten Jahren die Gender-Debatte, Multikulturalität, sexualethische Normen, Patchwork-Familien und berufliche Flexibilitätserfordernisse. Alle diese Themen werden vom Kongress aufgegriffen. Hier äußern sich Vorbehalte gegen Lebenskonzepte die nicht der christlich-evangelikalen Norm entsprechen und gegen nichtdeutsche betrachtete Mitbürger_Innen. Die mühsam erkämpfte und bei weitem noch nicht vollständig erreichte Gleichberechtigung von in unserer Gesellschaft diskriminierten Gruppen wird als ein Trend der Gegenwart heruntergespielt, in dem der christliche Glaube die Orientierung zu den wirklichen Werten ermöglichen soll. Die Gleichstellung von gleichgeschlechtlichen Lebensweisen ist für Evangelikale der absolute Horror, denn die Ehe zwischen Mann und Frau steht für die Ordnung in einer chaotischen Welt. Das Fundament ihrer Gesellschaft.

    Auf dem Kongress 2013 in Würzburg befinden sich viele Redner_innen, die leitende Funktionen in der OCJ, der „Offensive Junger Christen“ haben oder hatten, so unter anderem Dominik Klenk, der deutlich sagt, dass jede Form der Sexualität jenseits der Ehe mit der Gründung des Christentums abgelöst wurde und die Kulturleistung der heterosexuellen Ehe auf jeden Fall bewahrt werden müsse, um der nächsten Generation und der Kultur wegen. Dominik Klenk setzt sich auch für das „Recht auf Therapie“ bei „ichdystoner Sexualorientierung“ ein, also sogenannte „Reorientierungstherapien“ für Homosexuelle. Die Offensive Junger Christen betreibt das Deutsche Institut für Jugend und Gesellschaft (DIJG), das einen „Forschungs“schwerpunkt auf Homosexualität gelegt hat – sie propagieren dabei ein „Recht auf Reorientierungstherapie“. In der Debatte zur Ehe von gleichgeschlechtlichen Paaren schrieb Christl Ruth Vonholt, eine der Referent_innen des letzten Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge in Marburg: „Die Einführung einer „Homo-Ehe“ aber ist der Versuch, „das grundlegende Konzept und den Ethos des Lebens und der Biologie zu verändern.“ (Charles Socarides). Es ist der Versuch, diemännlich-weibliche Struktur als Grundpolarität allen Lebens aufzulösen. Dem sollten wir uns entschieden widersetzen.“1

    2009 gab es beim letzten Kongress in Marburg massive Protest, Demonstrationen, Graffities und viele andere Aktionen um gegen den Kongress mit seinen „Homo-Heilern“ Aufmerksamkeit zu schaffen. Diesmal findet der Kongress weitgehend umkommentiert in Würzburg statt. Homophobe, transphobe, rassistische und frauenfeindliche Äußerungen oft nicht unverblümt geäußert, sondern durch eine geschickte Rethorik geschönt werden. Es wird von Liebe und Respekt für Homosexuelle gesprochen, oft in denselben Texten, in denen sich für die Möglichkeiten der Therapie von Homosexualität ausgesprochen wird. Dass sich die Positionen nicht im geringsten gemildert haben ist offensichtlich wenn zum Beispiel der Widerstand verschiedener evangelikalen Gruppen gegen die aktuelle Gesetzesinitiative zum Verbot von Therapien bei Minderjährigen mit dem Ziel der Änderung der sexuellen Orientierung betrachtet wird. In diesen Stellungnahmen wird vielfach vom „Recht auf Therapie“ gesprochen. Die DIJG bezieht sich in ihrem Text dabei auf die „National Association for Research and Therapy of Homosexuality“ (NARTH ), die recherchiert hätten, dass „Reorientierungstherapien“ nicht schädlich sein.2 Oft kommen Äußerungen, dass sie nur eine Möglichkeit bieten wollen, für Menschen die sich selbst verändern wollen. Homosexualität habe was mit Traumatisierungen in der Kindheit und/oder einer fehlende Identifikation mit dem „von Gott gegebenen“ Geschlecht zu tun.

    Dies spielt zusammen mit der evangelikalen Ideologie, dass nur Mann und Frau zu zweit zusammenleben, Kinder kriegen und eine Familie gründen dürfen. Dass alles „andere“ der göttlichen Schöpfung widerspricht und widernatürlich ist. Dominik Klenk kritisierte die steigende Anerkennung der EKD für gleichgeschlechtliche Paare, in einem Text zu der Veränderungs des Rechts der Pfarrer_innen in der EKD äußerte er sich: „Wir stehen auf biblisch-reformatorischem Boden und für die Klarheit von Ehe und Familie. Das Pfarrhaus ist kein Freudenhaus.“3 Dieser Text wurde unter anderem veröffentlicht in der ideaSpektrum, dem größten Nachrichtenportal der Evangelikalen in Deutschland. Die „idea“ beglückwunschte 2009 Dr. Martin Grabe zu seiner Standhaftigkeit angesichts der Proteste gegen den Kongress in Marburg und erklärte ihn zum Arzt des Jahres. Kritik am Kongress wurde oft als Angriff auf das Recht auf freie Meinungsäußerung dargestellt. Die Täter selbst sehen sich aber wieder mal als Opfer.

    Der Kongress in Würzburg zeichnet sich mit den Referent_innen und der Nähe und Verknüpfung zu homosexualitätsfeindlichen Organisationen aus. Es ist ein Austausch über die Gefahren der „postmodernen Gesellschaft“, der sich durch homophobe, antifeministische und transphobe Äußerungen auszeichnet. Die traditionellen Rollenbilder sollen wieder erfüllt werden und die Ordnung im „Chaos“ wiederhergestellt werden. Der Bischof von Würzburg macht in seinem Grußwort deutlich, dass es oft auch notwendig sei, „sich gegen den Zeitgeist zu stellen“. Die reaktionäre Ideologie von Evangelikalen wird in diesem Kongress einmal mehr Platz und Raum finden, und die Gewalt die diese dadurch ausüben verschwindet in den Medien oft hinter dem Bild der „liebevollen“ und betenden Christ_innen. Das diese sich jedoch nicht nur in der Kirche über ihre Themen austauschen sondern aktiv versuchen Gesellschaft in ihrem Sinne zu verändern, wird in den aktuellen Äußerungen sehr deutlich.

    Die Diskriminierung von anderen Menschen und die Pathologisierung und moralische Wertung ihres Empfindens ist keine Meinung und darf nicht geduldet werden. Antifeministische Einstellungen bedeuten, dass Frauen eingeschränkt werden sollen, dass Abtreibungsrechte in Frage gestellt werden, das Frauen in eine Rolle gedrängt werden, die sie als „empfangend“ charakterisiert. Die traditionellen Geschlechterrollen einzufordern bedeutet Ausgrenzung von Menschen, die sich eben nicht in diesen Konzepten wiederfinden, besonders auch von Trans*menschen. Therapien für Homosexuelle einzufordern, selbst wenn nicht verpflichtend, bedeutet weiter ein Bild aufrechtzuerhalten, in dem es eine gesunde Norm und eine krankhafte Abweichung gibt, die aber geheilt werden kann. Kinder und Jugendliche sollen in der evangelikalen Lebensvorstellung auf keinen Fall lernen dürfen, was es alles für Lebensweisen gibt, wie es sich an einer Debatten um Kinderbüchern auch aktuell wieder zeigt. Damit beziehen sie sich auf Aufklärungs-Bücher, die Homosexualität und Familien jenseits von Vater-Mutter-Kind als etwas total normales darstellen. Unter der freundlich lächelnden Oberfläche der Evangelikalen befindet sich eine gewaltvolle, reaktionäre Ideologie. Daher lehnen wir die gesamte Akademie für Psychotherapie und Seelsorge und ihren Kongress aufs Schärfste ab, egal wann und wo dieser stattfinden soll.

    Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus!

    1. http://www.dijg.de/homosexualitaet/gesellschaft/homosexuelle-partnerschaft-ist-keine-ehe/ [zurück]
    2. http://www.dijg.de/pressemitteilungen/gesetzentwurf-buendnis-90-gruenen-verbot-therapie/ [zurück]
    3. http://www.dominik-klenk.de/besser-schwul-als-katholisch-135 [zurück]
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    http://noplace.blogsport.de/2013/05/09/kongress-in-wuerzburg/feed/
    Offenen Brief unterzeichnen! http://noplace.blogsport.de/2010/10/06/offenen-brief-unterzeichnen/ http://noplace.blogsport.de/2010/10/06/offenen-brief-unterzeichnen/#comments Wed, 06 Oct 2010 11:00:30 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2010/10/06/offenen-brief-unterzeichnen/ Offener Brief gegen die Unterstützung fundamentalistischer Abtreibungsgegner durch die CDU/CSU

    Am 18. September 2010 fand in Berlin der „Marsch für das Leben“ statt, der vom „Bundesverband Lebensrecht“ organisiert wurde. Bei dieser Demonstration wurden verschiedene Grußworte von prominenten Mitgliedern der CDU und CSU verlesen, unter anderem von Annette Schavan (Bundesministerin für Bildung und Forschung), Karl-Theodor zu Guttenberg (Bundesverteidigungsminister), Volker Kauder (Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion), Wolfgang Bosbach (Innenausschuss-Vorsitzender des Deutschen Bundestages), Peter Müller (Ministerpräsident des Saarlands), Martin Kastler (CSU-Europaabgeordneter), Johannes Singhammer (CSU-Abgeordneter), Philipp Mißfelder (Vorsitzender der Jungen Union). [mehr]

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    http://noplace.blogsport.de/2010/10/06/offenen-brief-unterzeichnen/feed/
    Verfolgungswahn rechtskonservativer Christen http://noplace.blogsport.de/2009/07/21/verfolgungswahn-rechtskonservativer-christen/ http://noplace.blogsport.de/2009/07/21/verfolgungswahn-rechtskonservativer-christen/#comments Tue, 21 Jul 2009 06:01:05 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2009/07/21/verfolgungswahn-rechtskonservativer-christen/ Die evangelikale Bewegung in Marburg geht mit ihrer Hetze gegen den berechtigten Protest gegen homophobe und sexistische Diskurse und Aktionen durch religiöse Fundamentalist_innen in die zweite Runde. Um von ihren eigenen menschenverachtenden Diskursen abzulenken, die sich oftmals in handfeste politische Einflussnahme sogar auf Bundesebene manifestieren (Verhinderung, dass Homosexuelle heiraten können und Frauen legal abtreiben, die staatliche Protektionierung des Lebensgemeinschaftsmodells der patriarchalen Kleinfamilie u.s.w.), verdrehen sie nun einfach die Täter-Opferrolle und sehen sich als die Verfolgten an. Dabei wird es nicht so genau genommen was denn nun Verfolgung ist. Ziviler Ungehorsam gegen und demokratische Diskussionskultur um homophobe und sexistische Seminarangebote auf christlichen Veranstaltungen, Folter, Mord und staatliche Verfolgung werden da einfach mal in einen Pott geschmissen und damit zum einen legitimer Protest gegen ihre menschenverachtenden Diskurse auf die Ebene von Gewaltverbrechen gehoben und zum anderen tatsächliche Gewaltverbrechen relativiert. Das im Namen der christlichen Religion Kriege geführt wurden und werden blenden sie dabei gerne aus. Ihnen geht es v.a. um eines: sie lenken von ihren eigenen aggressiven Akten der weltweiten Missionierung, ihrer politischen Einflussnahme und von ihren eigenen Verbrechen ab (Ermordung von Abtreibungsärzten, psychischer Druck auf Homosexuelle in ihren Homoheiler-Seminaren, ganz zu Schweigen von dem gesellschaftlichen Druck und den weiterhin bestehenden alltäglichen Diskriminierungen gegen Homosexuelle und gegen Frauen, die abtreiben und sich patriarchaler Rollenbilder entziehen.).

    Der Titel der Veranstaltung macht zudem deutlich, das Antikommunismus (was auch immer sie unter Kommunismus verstehen) und Islamophobie immer noch zentrale Momente der zum rechtsextremen Lager strebenden evangelikalen Bewegung sind. Das Podium ist dementsprechend prominent mit rechtskonservativen Männern (sic!) besetzt:

    Wolfgang Baake ist Geschäftsführer der KEP – Konferenz Evangelikaler Publizisten und Lobbyist für die Evangelikale Allianz Deutschland am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung. Seit Jahren setzt er sich gegen die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen und für ein absolutes Abtreibungsverbot ein.

    Stefan Heck ist Bundestagskandidat der CDU für den Landkreis marburg-biedenkopf. Er ist überzeugter Abtreibungsgegner, engagiert im Arbeitskreis „Christdemokraten für das Leben“; der der Pro-life Bewegung nahe steht. Gleichzeitig ist er Jäger, Reserveoffizier (und somit potentieller Mörder tatsächlich lebender Menschen) und eng verbandelt mit dem Burschenschaftswesen. (http://www.stefan-heck.net).

    Willi Neureder ist Pfarrer und Mitglied der Hilfsaktion Märtyrerkirche. Diese Organisation existiert seit über 30 Jahren und wurde gegründet, um gegen „Christenverfolgung“ in kommunistischen Ländern vorzugehen. Sie arbeiten auf der Basis des apostolischen Glaubensbekenntnisses und sind weltweit, v.a. in islamischen und postkommunistischen Ländern, neben ihrer Sozialarbeit für Christen, auch missionarisch tätig. Sie sind ebenfalls dem rechtskonservativen Spektrum zuzuordnen. Die Nähe zum rechtsradikalen Spektrum offenbart ein Artikel über die Organisation im rechtspublizistischen Organ „Junge Freiheit“ im Jahr 2006 (http://www.jf-archiv.de/archiv06/200611031040.htm)

    Reinhard Wenner gehört zur IGFM – Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Dies ist ein Mitgliedsverband der „Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft UOKG“ e.V. ; 1990 stellte die Stadt Frankfurt ihre finanzielle Unterstützung für die IGFM auf Antrag von SPD und Grünen wegen Verstrickungen mit der rechten Szene ein (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Gesellschaft_für_Menschenrechte)

    Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 22.7., um 19.30h im ‚Christhaus‘ Georg-Voigt-Straße 21 am Ortenberg statt.

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    http://noplace.blogsport.de/2009/07/21/verfolgungswahn-rechtskonservativer-christen/feed/
    Hofberichterstattung an der OP? http://noplace.blogsport.de/2009/06/22/offener-brief-an-herausgeber-und-chefredakteur-der-oberhessischen-presse/ http://noplace.blogsport.de/2009/06/22/offener-brief-an-herausgeber-und-chefredakteur-der-oberhessischen-presse/#comments Mon, 22 Jun 2009 07:00:18 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2009/06/22/offener-brief-an-herausgeber-und-chefredakteur-der-oberhessischen-presse/ Offener Brief an Herausgeber und Chefredakteur der Oberhessischen Presse

    Sehr geehrter Herr Hitzeroth, sehr geehrter Herr Linne,

    dank des investigativen Journalismus von „Campus TV“ („Über die Medien beim APS-Kongress in Marburg“) ist nun öffentlich geworden, was der Herausgeber der OP meint, wenn er sein Unternehmen als „kompetente[n] Medien-Dienstleister und Werbepartner“ anpreisen lässt (siehe OP-Website).
    Jüngst leistete die OP nämlich der Akademie für Psychotherapie und Seelsorge (APS) einen recht bemerkenswerten Dienst. So stellte sie den Veranstalter_innen des Kongresses für Psychotherapie und Seelsorge scheinbar eine eigene Hofberichterstatterin zur Verfügung, die sich in der Tat als „kompetente Werbepartnerin“ für die evangelikale Sache erwies.
    Denn trotz der Beteuerungen der Kongressveranstalter_innen, man könne aus Platz- und Sicherheitsgründen keine Presse zu Seminaren des Kongresses zulassen, war es einzig und allein Frau Ntemiris gelungen, Zutritt zu mindestens einem der Seminare zu erhalten. Wie konnte das geschehen, wenn doch eigentlich der gesamten Presse der Zugang zu Seminaren verboten worden war?

    OP-Redakteurin Anna Ntemiris kooperiert seit längerem mit dem „Christlichen Medienverbund KEP e.V.“. KEP, das steht für „Konferenz Evangelikaler Publizisten“, einem Verein, der sich die „Koordination der bisherigen evangelikalen Öffentlichkeitsarbeit“ zur Aufgabe gemacht hat und damit „eine wirkungsvolle und sachkompetente Vertretung der evangelikalen Bewegung in den Massenmedien“ erreichen will (siehe Website).

    Frau Ntemiris hatte nicht nur im Vorfeld des Kongresses ihre Verbindungen zur evangelikalen Szene spielen lassen (siehe z.B. Interview mit Christl Ruth Vonholdt in der OP), sondern auch während des Kongresses nutzte sie ihren besonders guten Draht zum PR-Mann der Kongressveranstalter_innen: Wolfgang Baake, der von der APS im Zuge der Kongress-Kontroverse mit der Pressearbeit betraut worden war, ist nämlich Geschäftsführer des bereits erwähnten „Christlichen Medienverbundes KEP“. Die dem KEP untergeordnete „Christliche Medienakademie“ will „christliche Nachwuchsjournalisten auf ihrem Weg in die Medien fördern und begleiten“ und konnte dazu Frau Ntemiris als Referentin gewinnen. Auch in den Kontakten von Frau Ntemiris’ „Twitter“-Blog, den sie zur Berichterstattung während des Kongresses nutzte, wird die Verbindung zur evangelikalen Szene deutlich. Eine von den insgesamt nur neun Twitter-Blogs, die sie selbst abonniert hat, ist „Pro – Christliches Medienmagazin“, dessen Herausgeber der Christliche Medienverbund KEP e.V. ist.

    So wird schließlich offensichtlich, warum Frau Anna Ntemiris eine Sonderbehandlung von Seiten der evangelikalen APS zukam, und warum sie schon im Vorfeld des Kongresses in ihren Artikeln die Panikmache der Kongressveranstalter_innen übernahm und so ihren Beitrag zur Kriminalisierung der Kongress-Kritiker_innen lieferte. Auf diese Weise machte sie Stimmung gegen diejenigen, die sich gegen die Zurverfügungstellung von öffentlichen Räumen für homosexuellen- und frauenfeindlichen Fundamentalismus zusammengefunden hatten. Ergebnis dieser unbegründeten Kriminalisierung von Kongress-Kritiker_innen war nicht zuletzt ein sich durch extreme Unverhältnismäßigkeit der Mittel auszeichnender Polizei-Einsatz, der eine friedliche Demonstration von 1000 engagierten Bürger_innen mit Pferdestaffel und – laut „You FM“ – auch mit einem bereitstehenden Wasserwerfer einzuschüchtern versuchte.

    Besonders in den Artikeln, in denen Frau Ntemiris Positionen der umstrittensten APS-Referent_innen zitiert, wird die Problematik der Einmischung persönlicher Interessen in journalistische Arbeit evident. Scheinbar kompromittiert durch ihre Nähe zum organisierten Evangelikalentum werden Minimalstandards journalistischer Recherche-Arbeit ignoriert: Aussagen wie die von Christl Ruth Vonholdt zu den Entwicklungschancen von Kindern mit nicht-heterosexuellen Eltern werden unkommentiert und ohne die Darstellung wissenschaftlicher Gegenpositionen stehengelassen (siehe Interview von Ntemiris mit Vonholdt). Das Resultat solcher Verletzungen journalistischer Integrität ist also nicht nur tendenziöse Berichterstattung, sondern auch die kritikfreie Verbreitung wissenschaftlich widerlegter, diskriminierender Scharlatanerie.

    Es ist deutlich geworden, dass Frau Anna Ntemiris’ persönliche Interessen in diametraler Weise ihren beruflichen Verpflichtungen gegenüberstehen. Als Journalistin untersteht sie dem Pressekodex des Deutschen Presserates, in dem es heißt „Sie [die Journalist_innen] nehmen ihre publizistische Aufgabe fair, nach bestem Wissen und Gewissen, unbeeinflusst von persönlichen Interessen und sachfremden Beweggründen wahr.“ Desweiteren heißt es: „Journalisten und Verleger üben keine Tätigkeiten aus, die die Glaubwürdigkeit der Presse in Frage stellen könnten.“ Auch dieser Grundsatz ist durch das Handeln von Frau Anna Ntemiris klar verletzt worden.
    Eine derart unprofessionelle Verfahrensweise von Seiten Frau Anna Ntemiris und von Seiten der Oberhessischen Presse ist unserer Meinung nach unvereinbar mit der Unabhängigkeit der Presse und deren Kodex.

    Von der OP fordern wir nun:

  • eine allgemeine Stellungnahme zu den in diesem Brief erhobenen Vorwürfen
  • eine Stellungnahme zum Vorwurf der fehlenden Unabhängigkeit von Frau Ntemiris und den damit verbundenen Konsequenzen
  • eine Stellungnahme zur fehlenden Transparenz der OP bezüglich der Parteilichkeit ihrer Mitarbeiter_innen
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    http://noplace.blogsport.de/2009/06/22/offener-brief-an-herausgeber-und-chefredakteur-der-oberhessischen-presse/feed/
    8. Pressemitteilung http://noplace.blogsport.de/2009/05/21/8-pressemitteilung/ http://noplace.blogsport.de/2009/05/21/8-pressemitteilung/#comments Thu, 21 May 2009 15:42:24 +0000 Administrator Allgemein http://noplace.blogsport.de/2009/05/21/8-pressemitteilung/ Protest erfolgreich!

    Mit der Forderung „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ demonstrierten heute rund 1000 Menschen in Marburg. Anlass war der 6. Internationale Kongress für Psychotherapie und Seelsorge, der seit Wochen scharfer Kritik ausgesetzt ist. „Unser Protest ist vielfältig, kreativ und erfolgreich!“, so Bündnismitglied Nora Nebenberg. „Ein breites Spektrum von bundesweit politisch, wissenschaftlich und gesellschaftlich aktiven Gruppen und Einzelpersonen hat gezeigt, dass pseudowissenschaftliche, diskriminierende Meinungen in öffentlichen Gebäuden nichts zu suchen haben.“

    Die Kongressveranstalterin „Akademie für Psychotherapie und Seelsorge“ vertritt ein christlich-fundamentalistisches Weltbild, in dem die Bibel höchste Autorität in allen Fragen der Lebensführung genießt. Damit legitimiert die Akademie ihre homophobe und sexistische Einstellung, die sie in der Mitte von Gesellschaft, Kirche und Wissenschaftscommunity zu verankern versucht.

    „Die Demo heute hat deutlich gemacht, dass erkämpfte Freiheitsrechte für Frauen und Homosexuelle immer wieder gegen Ewiggestrige verteidigt werden müssen. Empörend ist, dass der Magistrat und der Universitätspräsident sich bereitwillig in den Dienst fundamentalistischer Lobbyarbeit stellen lassen. Im Ergebnis lassen sie so Menschenrechtsverletzungen unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit zu – dagegen richtet sich unser Protest!“

    Die Eingänge des Hörsaalgebäudes wurden von Demonstrierenden besetzt. „Die dort angekündigten Veranstaltungen konnten nicht stattfinden“, freut sich Stefanie Petersen vom Bündnis ‚Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus‘, „damit haben wir uns diskriminierenden Veranstaltungen wirksam in den Weg gestellt.“ Auch vor der Martin-Luther-Schule, wo das Seminar des Homo-Umpolers Markus Hoffmann von Wüstenstrom stattfinden sollte, versammelten sich Kongresskritiker_innen und begleiteten den Kongress lautstark mit Trommeln und Sprechchören.

    Trotz der friedlichen Haltung der Demonstrierenden kam es zu erheblichen Störungen durch Kongressteilnehmende, die Demonstrant_innen abfotografierten und versuchten, innerhalb der Demonstration zu missionieren.

    Auch kam es zu gewalttätigen Ausschreitungen seitens der Polizei. Demonstrierende wurden von Polizist_innen zu Boden gestoßen und mit Schlagstöcken angegriffen. Das massive Polizeiaufgebot sowie Ganzkörperdurchsuchungen im Vorfeld der Demonstration kriminalisierten die Proteste ebenso wie die rechtlich nicht haltbaren Demonstrationsauflagen. Nora Nebenberg sagt dazu: “Wir verurteilen das repressive Vorgehen von Ordnungsamt und Polizei. Wir werden uns dadurch nicht abschrecken lassen und weiter für sexuelle Selbstbestimmung, feministische Befreiung und eine laizistische Gesellschaft auf die Straße gehen!“

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    http://noplace.blogsport.de/2009/05/21/8-pressemitteilung/feed/