Verfolgungswahn rechtskonservativer Christen

Die evangelikale Bewegung in Marburg geht mit ihrer Hetze gegen den berechtigten Protest gegen homophobe und sexistische Diskurse und Aktionen durch religiöse Fundamentalist_innen in die zweite Runde. Um von ihren eigenen menschenverachtenden Diskursen abzulenken, die sich oftmals in handfeste politische Einflussnahme sogar auf Bundesebene manifestieren (Verhinderung, dass Homosexuelle heiraten können und Frauen legal abtreiben, die staatliche Protektionierung des Lebensgemeinschaftsmodells der patriarchalen Kleinfamilie u.s.w.), verdrehen sie nun einfach die Täter-Opferrolle und sehen sich als die Verfolgten an. Dabei wird es nicht so genau genommen was denn nun Verfolgung ist. Ziviler Ungehorsam gegen und demokratische Diskussionskultur um homophobe und sexistische Seminarangebote auf christlichen Veranstaltungen, Folter, Mord und staatliche Verfolgung werden da einfach mal in einen Pott geschmissen und damit zum einen legitimer Protest gegen ihre menschenverachtenden Diskurse auf die Ebene von Gewaltverbrechen gehoben und zum anderen tatsächliche Gewaltverbrechen relativiert. Das im Namen der christlichen Religion Kriege geführt wurden und werden blenden sie dabei gerne aus. Ihnen geht es v.a. um eines: sie lenken von ihren eigenen aggressiven Akten der weltweiten Missionierung, ihrer politischen Einflussnahme und von ihren eigenen Verbrechen ab (Ermordung von Abtreibungsärzten, psychischer Druck auf Homosexuelle in ihren Homoheiler-Seminaren, ganz zu Schweigen von dem gesellschaftlichen Druck und den weiterhin bestehenden alltäglichen Diskriminierungen gegen Homosexuelle und gegen Frauen, die abtreiben und sich patriarchaler Rollenbilder entziehen.).

Der Titel der Veranstaltung macht zudem deutlich, das Antikommunismus (was auch immer sie unter Kommunismus verstehen) und Islamophobie immer noch zentrale Momente der zum rechtsextremen Lager strebenden evangelikalen Bewegung sind. Das Podium ist dementsprechend prominent mit rechtskonservativen Männern (sic!) besetzt:

Wolfgang Baake ist Geschäftsführer der KEP – Konferenz Evangelikaler Publizisten und Lobbyist für die Evangelikale Allianz Deutschland am Sitz des Deutschen Bundestages und der Bundesregierung. Seit Jahren setzt er sich gegen die rechtliche Gleichstellung von Homosexuellen und für ein absolutes Abtreibungsverbot ein.

Stefan Heck ist Bundestagskandidat der CDU für den Landkreis marburg-biedenkopf. Er ist überzeugter Abtreibungsgegner, engagiert im Arbeitskreis „Christdemokraten für das Leben“; der der Pro-life Bewegung nahe steht. Gleichzeitig ist er Jäger, Reserveoffizier (und somit potentieller Mörder tatsächlich lebender Menschen) und eng verbandelt mit dem Burschenschaftswesen. (http://www.stefan-heck.net).

Willi Neureder ist Pfarrer und Mitglied der Hilfsaktion Märtyrerkirche. Diese Organisation existiert seit über 30 Jahren und wurde gegründet, um gegen „Christenverfolgung“ in kommunistischen Ländern vorzugehen. Sie arbeiten auf der Basis des apostolischen Glaubensbekenntnisses und sind weltweit, v.a. in islamischen und postkommunistischen Ländern, neben ihrer Sozialarbeit für Christen, auch missionarisch tätig. Sie sind ebenfalls dem rechtskonservativen Spektrum zuzuordnen. Die Nähe zum rechtsradikalen Spektrum offenbart ein Artikel über die Organisation im rechtspublizistischen Organ „Junge Freiheit“ im Jahr 2006 (http://www.jf-archiv.de/archiv06/200611031040.htm)

Reinhard Wenner gehört zur IGFM – Internationale Gesellschaft für Menschenrechte. Dies ist ein Mitgliedsverband der „Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft UOKG“ e.V. ; 1990 stellte die Stadt Frankfurt ihre finanzielle Unterstützung für die IGFM auf Antrag von SPD und Grünen wegen Verstrickungen mit der rechten Szene ein (Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Gesellschaft_für_Menschenrechte)

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 22.7., um 19.30h im ‚Christhaus‘ Georg-Voigt-Straße 21 am Ortenberg statt.