7. Pressemitteilung

Nicht den Protest, sondern den Kongress skandalisieren!

Das Bündnis „Kein Raum für Sexismus, Homophobie und religiösen Fundamentalismus“ kritisiert scharf das Vorgehen der Stadt und des Ordnungsamtes gegen den Protest des Bündnisses. Während die Stadt Marburg, die politischen Fraktionen des Stadtparlamentes und die Universitätsleitung, trotz schwer wiegender Vorwürfe gegen ReferentInnen und deren Organisationen, weiterhin keinen Handlungsbedarf sehen dem Kongress für Psychotherapie und Seelsorge die Räume zu entziehen, besteht offensichtlich von allen Seiten der Bedarf sich pro forma von möglichen „Gewaltdelikten“ abzugrenzen, die dem Bündnis unterstellt werden. Das Bündnis hat eine friedliche Demonstration angemeldet. Das Ordnungsamt hat der politischen Lage entsprechend nun restriktive Auflagen für die Demonstration gemacht, die völlig untypisch für Marburger Verhältnisse sind und die viel beschworene Meinungsfreiheit für KritikerInnen ad absurdum führen.

„Die Demonstrations-Auflagen stellen eine Provokation dar, die im Vorfeld bewirken soll von den Inhalten des Kongresses abzulenken und die KritikerInnen des Kongresses unter einen Generalverdacht von Gewaltätern zu stellen. Das ist nicht hinnehmbar. Denn der Kongress und seine ReferentInnen sind der Skandal und der Boden für menschenrechtsverachtende, gewalttätige Handlungen gegen emanzipierte Frauen und Homosexuelle“, meint Bündnismitglied Nora Nebenberg.

Das Bündnis sieht sich bestärkt in seiner Wahrnehmung, dass Positionen homophober, sexistischer und religiöser Fundamentalisten politisch von Stadt und Universität hofiert werden und Protest aufgrund dessen mehr denn je nötig ist. Für eine emanzipierte, laizistische und pluralistische Gesellschaft möchte sich das Bündnis auch vor Ort einsetzen können. „Das Votum des Stadtparlamentes gegen die Diskriminierung von Homosexuellen bleibt ein Lippenbekenntnis, wenn nun der Protest und die Kritik an dem Kongress so massiv behindert werden!“ fasst Nora Nebenberg zusammen.